RIO - zwischen Papier und Wirklichkeit

Ölpalme an Ölpalme – und das über hunderte (und tausende) von Kilometern. Nordsumatra – und viele andere Regionen Südostasiens – sind eine „Grüne Wüste“, bestehend aus einer Pflanzenart - der Ölpalme. Und diese „Grünen Wüsten“ breiten sich rasant angetrieben von Profitinteressen von Unternehmen und Regierung weiter aus. Verlierer sind Bauern, die von ihrem Land vertrieben werden und die Artenvielfalt - wenn Sumpfwälder, trotz Verbotes, in Plantagen umgewandelt werden.

Was ist eine UN-Konferenz? Ein struktureller Einstieg für den Unbedarften Leser

Stellen wir uns mal ganz dumm, was ist eine UN-Konferenz?

Eine UN-Konferenz ist eine Sitzung von den rund 200 Staaten, die in den Vereinten Nationen miteinander verbunden sind. Die Besonderheit der Konferenz ist, dass es nicht mit der Generalversammlung der UN zu vergleichen ist. Stattdessen werden bei solchen Treffen stets besondere Themen miteinander beschlossen und zu dieser Konferenz wurde eben jenes Thema der NAchhaltigen Entwicklung gewählt.

Macht mit beim "Sonnentag"!

Wenn viele kleine Menschen an vielen Orten viele kleine Schritte tun, können sie die Welt verändern. Die kirchlichen Umweltbeauftragten nehmen dieses Zitat wörtlich und laden Kitas bundesweit dazu ein, am 4. Juni mit ihren Kindern einen "Sonnentag" zu gestalten. Hierzu bieten sie eine 20-seitige Handreichung an, die vielfältige Anregungen enthält: biblische "Einfälle" zum Thema Sonne, "Sonnenexperimente" und "Klimaschutzregeln für Kinder". So können schon die „kleinen Menschen“ erfahren, was sie für mehr Nachhaltigkeit im Alltag beitragen können.

People's Summit geht in die Offensive

Während die Verhandlungen über das Abschlussdokument der offiziellen UN-Konferenz Rio+20 auf der Stelle treten und die Zweifel am politischen Willen und Bewusstsein der Verantwortlichen immer größer werden, präsentieren die Veranstalter des alternativen Gipfels klare Positionen und Lösungsansätze für die vielfältigen Krisenerscheinungen. Die Anmeldung von über zwölfhundert Veranstaltungen seitens Organisationen aus aller Welt und ein immer größeres Medienecho mit bislang 800 akkreditierten Journalisten verleihen dem People's Summit zunehmend Gewicht.

Déjà vue in Rio?

Die Parallelen sind erstaunlich. Fatima Mello von der brasilianischen NGO FASE hat sich die Mühe gemacht, einmal zurückzublicken. Sie geht der Frage nach, wie das denn vor zwanzig Jahre war, in Rio, als die Umwelt- und Entwicklungsbewegung sich gerade anschickte, sich aus ihren Kinderschuhen zu befreien und laufen zu lernen.

„Respektvoll, aber wehrhaft sein!“

Was haben Ökologie und Gerechtigkeit miteinander zu tun?
Wo Menschen zu Klimaflüchtlingen (gemacht) werden, Trinkwasser fehlt, der Süden unter dem ausschweifenden Lebensstil vom Norden erleidet… Sie sind untrennbar verbunden!

Die virtuelle Konferenz „ green&just“ des Lutherischen Weltbundes nahm sich dies zum Thema.
Online habe ich an diesem Samstag mit hunderten Menschen weltweit diskutiert. In den Videobotschaften, Chatrooms und live-Workshops (Webinars) wurden die Themen auf vielfältige Weisen ausgelegt.

Kurz vor Rio: Transformationskongress in Berlin

Unter dem Motto "Nachhaltig handeln, Wirtschaft neu gestalten, Demokratie stärken." findet vom 8. bis 9. Juni in Berlin ein Transformationskongress statt. Die Schirmherrschaft hat Bundespräsident Joachim Gauck übernommen. Es gibt acht Workshops zu den Kernthemen und eine Gesprächsrunde mit Gästen aus Politik und Zivilgesellschaft.

Erstaunt und enttäuscht: Forum Umwelt und Entwicklung veröffentlicht Positionspapier zu Rio+20

»Rio soll den Übergang von einem fast ausschließlich auf die Förderung wirtschaftlichen Wachstums ausgerichteten Wirtschaftsmodells zu einem Modell herbeiführen, das von den Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung ausgeht, bei dem der Schutz der Umwelt und der rationellen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen entscheidende Bedeutung zukommt«. Das war der Auftrag der UN-Generalversammlung vom 22.12.1989 für die UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung, den sogenannten Erdgipfel, der 1992 in Rio stattfand.

Rio: Merkel bleibt lieber zu Hause

Wie aus den gewöhnlich gut informierten Kreisen verlautet, haben bislang 120 Staats- und Regierungschefs ihre Teilnahme am Rio+20-Gipfel signalisiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat indes angekündigt, nicht nach Rio fahren zu wollen. Ob die Fußball-Kanzlerin lieber die EM verfolgt oder den Euro rettet, sei dahin gestellt.

Gottesdienst zu RIO+20

Ein Tipp für Alle, die Gottesdienste zur Weltkonferenz planen: Ich empfehle die theologisch-ethischen Überlegungen und Anregungen für Gottesdienste im Kontext mit der RIO+20-Konferenz von Dr. Hubert Meisinger, Referent für Umweltfragen der EKHN und mein Kollege in der AGU. Sie stehen unter "Weiterführende Materialien". Ich halte sie für sehr hilfreich.

Kirchliche Delegation macht sich auf nach Rio

Warum braucht man neue "Sustainable Development Goals"? Was passiert dann mit den "Millennium Development Goals", von denen viele bis zu Ihrem "Verfallsdatum" 2015 nicht erreicht sein werden? Und was für eine "Green Economy" brauchen wir? Nur grün oder auch gerecht?

Der EED hat eine kirchliche Delegation eingeladen, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen. Der Auftakt dazu war gestern ein Vortreffen in Bonn. Die Diskussion wird bei der Rio+20 Konferenz, dem People´s Summit und in diesem Blog weitergehen.

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